Es gibt da diesen Song, der im Radio seit Monaten rauf und runter gedudelt wird - Frida Gold mit “Wovon sollen wir träumen”. Ein meiner Ansicht nach ziemlich deppertes Lied. Aber andererseits.
Andererseits schrammt der Text zwischendurch haarscharf an dem vorbei, das früher meine Wirklichkeit war. Das Single-Stadtleben, die Einsamkeit des unfreiwilligen Workaholics, Lifestyle als Lebensinhalt, der Kopf voll Verdrängung, das Herz ein luftleerer Raum und dazwischen immer wieder die Zusammenbrüche, weil’s halt doch nicht das ist, was man braucht, auch wenn man denkt, dass man es will.
Wovon sollen wir träumen, indeed.
Wenn mir vor zehn Jahren wer prophezeit hätte, dass ich eines Tages am Samstagmittag in meiner Küche stehe und Fenchel, Lauch und Kohlrabi für eine vegetarische Gemüsesuppe schnibble und mir der Blick durchs Fenster immer wieder ein Lächeln ins Gesicht zaubert, weil ich dort meinen Sohn, meinen Mann und meinen Hund im Garten rumalbern sehe … ja. Ich hätt sooo gelacht.
Manchmal wissen wir nicht, was wir suchen, bis wir es gefunden haben. Und vermutlich ist das auch ganz okay so, denn die Suche ermöglicht uns ja erst, erkennen zu lernen, was wir nicht wollen. Oder man macht’s wie ich und stolpert blindlings durch die Gegend, bis man dann zufällig über das Glück fällt. Irgendeinisch fingt ds Glück eim, hier im Gegensatz zum Lied ganz ohne Fragezeichen.
Also hier das Wort zum Sonntag raus in die Welt, es ist Kitsch, aber Kitsch enthält oftmals ein Körnchen Wahrheit: Träumt, wovon ihr wollt. Lasst euch treiben, aber werdet nicht zu Getriebenen - und glaubt nicht, dass es am Ende der Suche nicht mehr weitergeht. Da ist kein Loch, in das man fällt, sondern tausend neue Türen, tausend neue Fragen und neue Suchen. Es bleibt spannend, keine Sorge.
Aber die Suche macht viel, viel, viel mehr Spaß, wenn man ein Zuhause gefunden hat, zu dem man immer wieder zurückkehren kann.
Und jetzt: Picspam!!!
Bei mir leuchten die Lights of my life eben noch richtig.
Das Shirt hat er neulich selbst aus der Schublade genommen. “Des!!!” Und schon fangen die Outfitdiskussionen an… (meine Maxime lautet da übrigens: Das Kind darf anziehen, was es will, wenn die Klamotten nicht seine Gesundheit beeinträchtigen. Sonntagskleidung darf auch mal dreckig werden, und wenn er mit fünf einen Iro will, ist das auch okay. Vermutlich fällt man mittlerweile eh auf, wenn das Kind im Kindergarten noch keine Strähnchen hat…)
Das dritte Licht meines Lebens darf natürlich auch nicht fehlen - hier undeutlich vorne von hinten. Kumpelei beim Sandkasten, letzte Herbstrunde gestern.
Da kann man auch ruhig noch mal das Sandspielzeug verwenden. Vielleicht klappt’s ja auch, wenn man Blätter reinstopft?
Bei Facebook würde ich jetzt das hier machen: <3. Und es würde wie ein Herzchen aussehen. Das muss man sich halt hier denken. Etwas Fantasie, bitte!
Harmonie pur, nicht wahr? Würde man meinen …
… nee, wirklich: Die haben einander total lieb. Hat auch nix damit zu tun, dass der Hund sich gerade das Spielzeug geschnappt hat und Bastian versucht, ihn davon wegzuwürgen.
Aber Nibbler (”Ni-Pa!!!”) hat dann immerhin den Doofguckwettbewerb gewonnen.
Heute dann Herbstspaziergang - so richtig mit ohne Kinderwagen und ohne Rückentrage und ganz alleine Spazieren. Und mal wieder der Debatte: Doppelter Knoten in die Schnürsenkel oder nicht? Ich sage ganz klar: JA. Der Mann nicht. Der Mann hat Bastians Schuhe vorm Rausgehen zugeknotet.
Der Knuddel mit neuer Mütze. Natürlich mit Bommel, damit Nibbler bei Gelegenheit was zu Naschen hat … (Seufzer)
“Wiega! Wiega!” - “Flieger? Ja, Bastian, da ist noch einer.” - Und schon hießen die Flugzeuge für den Rest des Spaziergangs “Eina! Eina!”
Es folgen ein paar “Böllen im Herbst”-Impressionen.
Und das hellste Licht meines Lebens noch mal in Nahaufnahme. Hier bitte eine unendliche Zahl Herzchen einfügen.
Und hier bitte unendliche Herzchen +1.
Nibbler ist diese ganze Herzscheiße egal. Nibbler hat Stöcki.
Und die beiden anderen Herren finden auch, dass Mama sich mal beeilen könnte. Mittagessen und so!
Es gab dann übrigens (selbstgemachtes! Ehrensache! Klumpig? Ehrensache!) Kartoffelpüree mit Gemüse, Vollkornbratlingen und Pilzsauce. Denn, um den Kreis zu schließen, es gibt für mich mittlerweile kaum etwas meditativ Entspannenderes als Kochen. Und ja: Vor zehn Jahren hätt ich auch da sooo gelacht …
Eigentlich wollte ich heute einen Blogeintrag über das stille Glück des Familienlebens auf dem Land schreiben, über Gemüsesuppe schnippeln und dabei durchs Küchenfenster Mannkindhund bei der Gartenarbeit beobachten und diese rührende Geschichte mit passenden Bildern untermalen …
…hat’s nicht leicht. Versetzt euch mal in seine Lage: Haare am ganzen Körper und kaum Schwitzmöglichkeiten!
Da nimmt man’s lieber ruhig, verbringt seine Tage auf dem Sofa im Wintergarten, bis man vor lauter Sonne anfängt zu miefen, oder legt sich bei Regen auf das Sofa im Esszimmer, bis das Sofa vor lauter Hund anfängt zu miefen.
Und natürlich lässt man sich kraulen. Und ist dabei die Grazie in Person. Die GRAZIE, okay?!
Und dann lässt man sich noch ein bisschen krau… ey, Photobomb!!!
Man muss dazu wissen: Bastian hat eine leichte Kameraobsession. Oder, wie er sagen würde: “Gabga! GABGA!! GABGAAAAA!!!”
Aber zurück zu Nibbler. Der wurde gerade gekrault.
Und das war auch gut so. Gekraultwerden ist supi. Suuuuuupiiii…
…gähn…
…fnörps. Was denn, ihr guckt auch nicht intelligenter, wenn ihr gerade gegähnt habt!
Und nu leg die Kamera weg, Mutti - du kannst auch mal kraulen! (Und wenn sie nicht gestorben ist, dann krault sie noch heute.)
Nach diesem bei Anke Gröner gefundenen Rezept. Auch hier gilt: Irgendwie gar nicht so kompliziert, wenn man die Angst vor “Klassikern” mal verloren hat.
Bastian hat stattdessen an einem Früchteriegel geknuspert.
Und rumgeröhrt.
Und sich im Grimassen schneiden und Rumrotzen geübt.
Was dann wiederum das hier zur Folge hatte - und jaaaa, ich hab’s als Kind auch gehasst, wenn meine Eltern das gemacht haben. Aber was bitte soll man denn sonst tun?
Nach dem Essen sollst du ruhn… aber vielleicht nicht auf dem Hund, Bastian!
Na gut, dann halt tausend Schritte tun. Nibbler folgt dem Ruf der Windel.
Andererseits kann man sich ja auch mal kraulen lassen…
…oder sich einfach mal hinsetzen. Dauerte ungefähr zwei Sekunden, dann war wieder Action angesagt. Beiderseits.
“ICK WILL DIR KNUTSCHEN!!!” Neben Windeln sind Ohren auch etwas unglaublich Faszinierendes, das dringendst erforscht werden muss.
Und ausserdem wollte Nibbler noch erwähnt haben, dass er wunderhübsch ist!
…nee, Quatsch. So schönes Wetter haben wir nicht jeden Sonntag, so frühlingshaft ist es nicht immer, und vor allem musste Nibbler die letzten paar Sonntage drinnen verbringen. DRAMA!!!
Kurz: Gut zwei Wochen war der Hund nun krank, jetzt darf er wieder hüpfen, Gott sei Dank! Klein Blödi hatte es geschafft, sich beim - eigentlich verbotenen - Hochhüpfen an der Wintergartentür so deppert im Vorhang zu verheddern, dass er unsanft aufkam und, um es mal total fachärztlich zu beschreiben, irgendwie scheps lief. Als dann noch leichte Zittrigkeit hintenrum hinzu kam, hieß es ab zum Tierarzt, wo festgestellt wurde, dass Herr Doofkopp sich die Wirbelsäule gestoßen hatte. Also: Zwei Wochen Ruhe. Bedeutete für Nibbler: Zwei Wochen sehr eingeschränkter Bewegungsradius vom Esszimmer in die Küche und noch ein bisschen in den Wintergarten, alle Hochhüpfmöglichkeiten abgesperrt und nur mal eben kurz zum Geschäft verrichten raus.
Eine riesige Runde nachträgliches Mitleid für den geschundenen Hund, bitte!
Wir haben uns natürlich bemüht, so oft es ging bei ihm unten zu sein, aber wie das so ist: Zappeliges Kleinkind und ruhiggestellter Hund sollten möglichst von einander getrennt gehalten werden. Inzwischen scheinen aber alle die Tortur mit halbwegs intaktem Seelenheil hinter sich gebracht zu haben, und heute war dann eine Runde Hofgang zu viert angesagt. Den ersten kurzen Spaziergang hat der Herr bereits gestern unbeschadet überstanden, und wir sind sehr, sehr froh, dass Nibbler nichts Schlimmeres passiert ist.
…aber Facebooken und Tumblrn geht halt immer noch schneller als Bloggen. Ansonsten ist das Kleinvieh hier fleissig am Gedeihen. Ein videographischer Überblick:
Mit Banane hat der Herr angefangen, mittlerweile ist er schon bei Brotstückchen angelangt. Und bei Keksen. Merke: Bringe deinem Kind den Konsum von fester Nahrung von Hand nicht in der Weihnachtszeit bei…
Nibbler hingegen ist kein Fan von Martin Rütter. Oder zumindest kein Fan von großen schwarzen Hunden in Martin Rütters Sendung.
Ansonsten wird halt rumgewurschtelt…
Und gelaufen. Und gelaufen. Und gelaufen. Und wenn er nicht läuft, räumt er Schubladen aus.
Nibbli ist entzückt über das Schubladenausräumen (und empört, dass Bastian nicht Nibblis Leckerlischublade ausräumen darf) und noch entzückter über das Essen von Hand. Denn was nicht im Mund landet, landet auf dem Boden…
…und andere Kapriolen des Herrn Lord Nibbler beim heutigen Spaziergang. Ohne Worte - die Bilder sprechen für sich, finde ich. (Und ausserdem muss das Roast Beef jetzt in den Ofen, so!)